Aktuelle Inflationsrate Deutschland 9/2021 = 4,1%

Zuletzt geändert: 25. Oktober 2021

Alles wird teurer? Die Veränderung der Verbraucherpreise auf breiter Front wird als Inflation bezeichnet. Dieser Vorgang hat keine negativen Folgen, so lange sich die Inflationsrate in einem bestimmten Rahmen bewegt und ihr Anstieg den Erwartungen von Unternehmern und Verbrauchern entspricht. Eine Inflationsrate von jährlich bis zu einer Höhe von ca. 2% wird im Allgemeinen sogar als Preisstabilität bezeichnet. Die aktuellen Inflationserwartungen deuten aber auf eine längerfristig höhere Preisentwicklung hin.

Aktuelle Inflation Deutschland September 2021= 4,1% (August 3,9%, Juli 3,8%)
Marktkonsens Oktober 2021 = 4,3%
Durchschnittliche Jahresinflation 2021: Januar – September 2021= 2,5%
Hier finden Sie aktuelle Daten zur Kerninflation, hier den Inflationsrechner
HVPI Euroraum September 2021 = 3,4% (Beitrag „Energie“ +17,4%)
HVPI Deutschland September 2021 = 4,1%
Inflation USA September 2021 = 5,4%

Inflationsprognose 2021 Deutschland = 3,1%
Prognose 2020 USA = 2,7%

Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland

Abb. 1: Entwicklung der Inflation in Deutschland von 2006 – September 2021. Revision von 2/2019 berücksichtigt! Datenquelle: destatis.de

Aktuelle Trends

13.09.2021 Isabel Schnabel: Neue Narrative über die Geldpolitik: das Gespenst der Inflation. Vortrag in Baden-Baden.

09.09.2021 Die EZB erwartet für den Euroraum ein weiterhin leichtes Anziehen der Verbraucherpreise, hält dies aber nach wie vor für ein vorübergehendes Ereignis: „Die Inflation ist im August auf 3,0 % gestiegen. Wir gehen davon aus, dass sie im Herbst weiter zunehmen, nächstes Jahr jedoch wieder zurückgehen wird………
In ihren jüngsten Projektionen gehen unsere Experten davon aus, dass die jährliche Inflationsrate 2021 bei 2,2 %, 2022 bei 1,7 % und 2023 bei 1,5 % liegen wird. Die Werte wurden also gegenüber den vorherigen Projektionen vom Juni nach oben korrigiert“. Quelle: EZB

08.09.2021 Makroausblick 2021 Bankhaus Berenberg: „Die Inflationsrate steigt im August 2021 innerhalb der Eurozone auf 3,0 % an (Juli: 2,2 %). Zwar sind die aktuellen Sprünge auf mehrere Einmalfaktoren zurückzuführen, aber dennoch dürfte der Preisauftrieb selbst nach deren Abklingen weiter nach oben gerichtet sein. Von besonderem Interesse ist wie die europäische Notenbank (EZB) auf die aktuellen Zahlen reagiert. Schließlich liegt die Inflationsrate mit 3,0 % schon jetzt weit oberhalb ihres prognostizierten Werts für Q4 2021 von 2,6 %.“

03.09.2021 Die Inflation in der Türkei steigt im August 2021 auf 19,25%.

31.08.2021 Die Inflation im Euroraum erreicht im August 2021 mit 3,0% einen neuen Rekordwert in den letzten 10 Jahren.

28.07.2021 Die amerikanische Notenbank (Federal Reserve) hält in ihrer aktuellen Einschätzung die deutlichen Preissteigerungen in den USA für ein vorrübergehendes Phänomen:
„Der Ausschuss strebt längerfristig eine maximale Beschäftigungs- und Inflationsrate von 2 Prozent an. Da die Inflation dieses längerfristige Ziel dauerhaft unterschritten hat, wird der Ausschuss für einige Zeit eine Inflation von moderat über 2 Prozent anstreben, so dass die Inflation im Zeitdurchschnitt 2 Prozent beträgt und die längerfristigen Inflationserwartungen bei 2 Prozent fest verankert bleiben. Der Ausschuss erwartet, bis zum Erreichen dieser Ergebnisse eine akkommodierende Haltung der Geldpolitik beizubehalten. Der Ausschuss hat beschlossen, den Zielbereich für den US-Leitzinssatz bei 0 bis 0,25% beizubehalten und geht davon aus, dass es angemessen sein wird, diesen Zielbereich beizubehalten, bis die Arbeitsmarktbedingungen ein Niveau erreicht haben…… und die Inflation auf 2 Prozent oder voraussichtlich für einige Zeit moderat über 2 Prozent liegen wird.“

25.07.2021
Der Präsident der Bundesbank Jens Weidmann in einem aktuellen Interview mit der FAZ: „Meine Fachleute erwarten etwa für Deutschland zum Jahresende 2021 Raten, die in Richtung 5 Prozent gehen könnten. Hier sind vor allem aber vorübergehende Effekte am Werk. Dazu gehören die Energie- und Rohstoffpreise und in Deutschland zum Beispiel die wieder zurückgenommene Mehrwertsteuersenkung vom vergangenen Jahr. Die Inflationsraten werden daher im weiteren Verlauf sicherlich wieder deutlich fallen. Der künftige Pfad ist aber unsicher.“

Bundesbank Erwartung: Die Bundesbank erwartet aufgrund von Sondereffekten zum Jahresende 2021 kurzfristig eine Inflationsrate von 3%. BuBa und EZB prognostizieren aber bereits für 2022 wieder einen Rückgang der Verbraucherpreise.

Definition & Wissen

Der Begriff Inflation stammt aus der Volkswirtschaftslehre und bezeichnet die Veränderung des Verbraucherpreisindex zu einem vorangegangenen Vergleichszeitraum (Monat oder Jahr). Der Preisanstieg kann durch eine Veränderung des Austauschverhältnisses von Güter- zu Geldmenge verursacht werden, wenn sich die Geldmenge erhöht, ohne dass gleichzeitig die Produktion von Gütern im selben Maße zunimmt.

Die Preissteigerung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Die Verknappung wichtiger Rohstoffe kann ebenso zu einer stärkeren Inflation führen, wie ein Missverhältnis zwischen der Geldmenge, die sich im Wirtschaftskreislauf befindet, und dem Wert der produzierten Güter.

HVPI Euroraum Die Entscheidungen zur Geldpolitik wurden von dem ehemaligen EZB Präsidenten Mario Draghi wesentlich von der aktuellen und der für die kommenden Jahre prognostizierten Entwicklung („Projektionen“) der Inflation für das Euro-Währungsgebiet beeinflusst. Der Harmonised Index of Consumer Prices (HVPI) Euroraum steigt im Juni 2021 auf 1,9%.

Verbraucherpreisindex und Inflationsraten Deutschland 1992 – 2020. Quelle: destatis.de

Jahr Verbraucherpreisindes Inflationsrate in %
1991 65,5
1992 68,8 5,0
1993 71,9 4,5
1994 73,8 2,6
1995 75,1 1,8
1996 76,1 1,3
1997 77,6 2,0
1998 78,3 0,9
1999 78,8 0,6
2000 79,9 1,4
2001 81,5 2,0
2002 82,6 1,3
2003 83,5 1,1
2004 84,9 1,7
2005 86,2 1,5
2006 87,6 1,6
2007 89,6 2,3
2008 91,9 2,6
2009 92,2 0,3
2010 93,2 1,1
2011 95,2 2,1
2012 97,1 2,0
2013 98,5 1,4
2014 99,5 1,0
2015 100 0,5
2016 100,5 0,5
2017 102 1,5
2018 103,8 1,8
2019 105,3 1,4
2020 105,8 0,5

Auswirkungen der CO2-Abgabe auf die Inflationsrate

Die Maßnahmen zur Klimaneutralität werden über die Co2-Preise und die Kosten für den entsprechenden Umbau der deutschen Wirtschaft zu zum Teil deutlichen Preissteigerungen führen.
Der Sachverständigenrat schreibt dazu in seiner Konjunkturprognose 2021 und 2022:
„Im Januar erhöhten sich die Preise für Energieprodukte im Vormonatsvergleich um 5,4 %. Besonders deutlich waren die Preisanstiege bei Kraftstoffen und Heizöl. Hier wirkt neben der Rückführung der temporären Umsatzsteuersenkung vor allem die Einführung der CO2-Bepreisung in den Sektoren Verkehr und Wärme preistreibend. Insgesamt könnte diese Reform die Verbraucherpreise im Jahresverlauf zusätzlich um 0,6 bis 1,2 % erhöhen (Nöh et al., 2020).“

Genauigkeit

Das Statistische Bundesamt berechnet den Verbraucherpreisindex und damit auch die Inflationsrate mit einer Genauigkeit von 0,1%. Die Wertangaben zu Preisveränderungen bei Warengruppen können weniger genau sein.

Revision des Verbraucherpreisindex

Das Statistische Bundesamt hat mit Stichtag 21.02.2019 eine Revision des Verbraucherpreisindex vorgenommen. Das bedeutet, als Bezugsjahr gilt nun nicht mehr 2010 sondern 2015. Zusätzlich wurde auch das Wägungsschemata angepasst und die Erfassungsmethode wurde verändert.

Wichtig: Als Folge davon ändern sich die bisher bereits vom Statistischen Bundesamt berechneten und bereits publizierten Werte des Verbraucherpreisindex seit 2015.

Noch wichtiger: ein Blick auf die alten und nach der Revision berechneten (korrigierten) Inflationsraten von 2015 zeigt: Die neue Methodik führt zu niedrigeren Inflationsraten.

Abb. 2: Änderung des Verbraucherpresindex von Deutschland durch die Revision vom 21.02.2019. Datenquelle: destatis.de

HVPI & VPI Prognosen 2021

Hier finden Sie aktuelle und historische Prognosen zur Inflationsrate.

Deutschland Inflationsprognosen 2021

Der Internationale Währungsfonds gibt in seinem World Economic Outlook Oktober 2021 für Deutschland folgende Inflationsprognose ab:

2021 2022 2026
2,9% 1,5% 2,0%

Aktuelle Prognose: die Bundesbank erwartet aufgrund des Klimapakets der Bundesregierung ab 2021 eine deutliche Zunahme der Inflationsrate in Deutschland: Die Bundesbank geht für 2021 u. a. wegen der Mehrwertsteueranghebung und den für Unternehmen vorgeschriebenen Zertifikaten für CO2-Emissionen von einem Anstieg des HVPI auf über 3% aus.

Auch die DB-Research geht (Stand: 26.02.2021) geht zum Jahresende 2021 von einer kurzfristigen Erhöhung der Verbraucherpreise auf 3% aus. Die Analysten prognostizieren aber auch einen anschließenden Rückgang im I. Quartal 2022 auf 1,5%. Quelle: dbresearch.com

Weiter Prognosen in der Übersicht. Quelle: dihk.de

Organisation 2021
DIHK 1,6
Sachverständigenrat 1,7
Gemeinschaftsgutachten Forschungsinstitute 1,4
ifo München 1,6
HWWI Hamburg 1,4
IWH Halle 1,2
DIW Berlin 1,6
RWI Essen 1,5
IfW Kiel 2,6
iw Köln 1,25
IMK Hans Böckler Stiftung 1,3
Handelsblatt Research Institute (HRI) 2,2
Capital Economics 1,3
DSGV 1,5
BdB 1,6
Deutsche Bank Research 1,3
Commerzbank 1,6
Helaba 2,5
Deka Bank 2,5
Bundesregierung/BMWi 1,5
EZB 0,9
Deutsche Bundesbank 1,8
OECD 1,5
EU-Kommission 2,3

2020

Weltweit gingen viele Ökonomen von einer schwächelnden Wirtschaft aus. Der globale Handelskrieg des US Präsidenten Trump und die damit einhergehende Deglobalisierung haben ihre Spuren im BIP der meisten Länder. Für Deutschland rechneten die nationalen Wirtschaftsforschungsinstitute aber nicht mehr mit einem Abgleiten der Kunjunktur in eine Rezession. Hier die
Ausblicke ausgewählter Institutionen und Banken wie der Internationale Währungsfonds (IWF), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI), der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und andere:

Inflationsprognose von 2020 2021 Quelle
BMWI 1,6 bmwi.de
Bundesbank 1,3 (HVPI ) 2,0 (HVPI) bundesbank.de
Commerzbank 1,4 1,7 commerzbank.com
Deka Bank 1,4 deka.de
DZ Bank 1,4 dzbank.de
ifo Institut 1,4 1,6 ifo.de
IWF 1,7 1,7 imf.org
KfW 1,0 kfw.de
OECD 1,2 1,5 oecd.org
Sachverständigenrat 1,3 Quelle

2019

Die Prognosen für die Wirtschaftsleistung Deutschlands sind verhalten neutral bis leichtpositiv. Weltweit sind die Preise für viele wichtige Rohstoffarten wie auch für Öl wieder gestiegen. Geht der Trends in 2019/2020 weiter? Wie sind die Prognosen? Die Bundesbank geht für den HVPI in 2019 von ca. 1,4% und in 2020 und 20121 von 1,8% aus.
Viele Ökonomen gehen für 2019 von Änderung der Verbraucherpreise gegenüber 2018 von unter 2% aus. Wesentlicher Grund dafür sind Veränderungen der Energie- und Nahrungspreise.

Inflationsprognose von 2019 2020 Quelle
Bundesbank 1,4% (HVPI ) 1,8% (HVPI) bundesbank.de
Commerzbank 2,10% 1,70% commerzbank.com
Deutsche Bank 1,80% dbresearch.de
DZ Bank 1,90% dzbank.de
ifo Institut 1,80% cesifo-group.de

Konsens-Meinung ist ein Anstieg der Inflation in 2020 und 2021.

EZB HVPI Prognose für den Euroraum (ECB Survey of Professional Forecasters (SPF))

Die EZB versucht seit 2010 die Verbraucherpreise im Euroraum auf 2% Zuwachs jährlich zu bekommen. Dazu hat sie u. a. etliche geldpolitische Maßnahmen ergriffen. Die 2% Zielmarke wurde bisher nicht erreicht. Und die Prognosen der ECB Survey of Professional Forecasters (SPF) von Q3 2021 zeigen, dass dies auch in den kommenden Jahren vermutlich nicht der Fall sein wird.

2021 2022 2023 langfristiger
1,9% 1,5% 1,5% 1,8%

Die Inflation wird 2021 voraussichtlich auf 1,9 % ansteigen, angetrieben durch vorübergehende Aufwärtsfaktoren, bevor sie 2022 und 2023 zu Raten von 1,5 % und 1,4 % zurückkehren wird, da der Nachfragedruck gedämpft bleibt und die Ölpreise voraussichtlich sinken werden. Der Anstieg der Gesamtinflation im Jahr 2021 spiegelt die Umkehr der deutschen Mehrwertsteuersenkung, die Erholung der Energieinflationsrate inmitten starker Basiseffekte und einen Anstieg der Vorleistungskosten im Zusammenhang mit Versorgungsunterbrechungen wider. Da diese temporären Faktoren Anfang 2022 nachlassen sollten, wird die HVPI-Inflation 2022 und 2023 voraussichtlich ein weitgehend flaches Profil aufweisen die wirtschaftliche Erholung schreitet voran.

Auch die am HVPI gemessene Nahrungsmittelinflation wird voraussichtlich zunehmen. Diese Aufwärtseffekte auf die Gesamtinflation werden im Projektionszeitraum weitgehend durch einen Rückgang der projizierten HVPI-Energieinflation ausgeglichen, wie dies durch die nach unten geneigte Ölpreis-Futures-Kurve bestimmt wird. Im Vergleich zu den von Experten der EZB vom März 2021 erstellten Projektionen wurde die Gesamtinflation für 2021 und 2022 aufgrund positiverer Entwicklungen bei der Flaute und Aufwärtseffekten der Rohstoffpreise nach oben korrigiert.

Verbraucherpreisindex 2021

Monat in 2021 Inflationsrate
Januar 1,0%
Februar 1,3%
März 1,7%
April 2,0%
Mai 2,5%
Juni 3,8%
Juli 3,9%
August 4,1%
September ?%
Oktober ?%
November ?%
Dezember ?%

Historische Inflationsraten

2020

Monat in 2020 Inflationsrate
Januar 1,7%
Februar 1,7%
März 1,4%
April 0,8%
Mai 0,6%
Juni 0,9%
Juli -0,1%
August 0,0%
September -0,2%
Oktober -0,2%
November -0,3%
Dezember -0,3%

2019

Die Benzinpreise haben in Abhängigkeit vom Ölpreis in den letzten Monaten stark geschwankt. Das wirkt sich zeitnah auf den Verbraucherpreisindex aus. Die aktuell Inflation wird besonders durch die Preisentwicklung für Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe), Nahrungsmittel, sowie Dienstleistungen und Wohnungsmieten bestimmt.

Monat in 2019 Inflationsrate
Januar 1,4%
Februar 1,6%
März 1,5%
April 2,0%
Mai 1,4%
Juni 1,6%
Juli 1,7%
August 1,4%
September 1,2%
Oktober 1,1%
November 1,1%
Dezember 1,5%

2018

Monat in 2018 Inflationsrate
Januar 1,4%
Februar 1,1%
März 1,5%
April 1,3%
Mai 2,1%
Juni 1,9%
Juli 1,9%
August 1,9%
September 1,9%
Oktober 2,3%
November 2,1%
Dezember 1,6%

Die Inflationsrate stellt die vom Statistischen Bundesamt (destatis.de) festgestellten Änderungen der Verbraucherpreise, nicht die Entwicklung der Vermögenspreise, dar. Und diese sind in den Letzen Jahren zum Teil erheblich gestiegen, sodass der Begriff Vermögenspreisinflation die Runde macht. Gemeint ist dabei der durch die Liquiditätsflutung der EZB bewirkte Anstieg bei Sachwerten wie Aktien oder Immobilien. Prognose: Die Redaktion geht für 2019 von einer Inflationsrate um die 1,6% aus.

Neu: Inflationsrechner

2017

Monat in 2017 Inflationsrate
Januar 1,6%
Februar 1,9%
März 1,4%
April 1,7%
Mai 1,2%
Juni 1,4%
Juli 1,4%
August 1,6%
September 1,7%
Oktober 1,3%
November 1,6%
Dezember 1,4%

 

2016

Monat in 2016 Inflationsrate
Januar 0,5%
Februar 0,1%
März 0,3%
April -0,1%
Mai 0,2%
Juni 0,3%
Juli 0,5%
August 0,4%
September 0,6%
Oktober 0,8%
November 0,8%
Dezember 1,5%

2015

Monat in 2015 Inflationsrate
Januar -0,3%
Februar 0,1%
März 0,3%
April 0,5% (Vorab 0,4%)
Mai 0,7%
Juni 0,3%
Juli 0,2%
August 0,2%
September 0,0%
Oktober 0,3%
November 0,4%
Dezember 0,3%

 2014

Monat in 2014 Inflationsrate
Januar 1,3%
Februar 1,2%
März 1,0%
April 1,3%
Mai 0,9%
Juni 1,0%
Juli 0,8%
August 0,80%
September 0,8%
Oktober 0,8%
November 0,6%
Dezember 0,2%

2013

Monat in 2013 Inflationsrate
Januar 1,7%
Februar 1,5%
März 1,4%
April 1,2%
Mai 1,5%
Juni 1,8%
Juli 1,9%
August 1,5%
September 1,4%
Oktober 1,2%
November 1,3%
Dezember 1,4%

 2012

Monat in 2012 Inflationsrate [%]
Januar 2,1
Februar 2,3
März 2,1
April 2,1
Mai 1,9
Juni 1,7
Juli 1,7
August 2,1
September 2
Oktober 2
November 1,9
Dezembe 2,1

Änderung des Bezugsjahrs 2010=100%

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gibt monatlich die Verbraucherpreise bekannt. Die Veränderung der Verbraucherpreise, die in Prozent angegeben wird, benötigt einen Bezugszeitpunkt. Für dieses Datum wird der Verbraucherpreis gleich 100% gesetzt und künftige Veränderungen darauf referenziert.

Für die Veränderung der Verbraucherpreise von 2005 bis 2012 wurde bisher als Bezugsjahr 2005 zugrunde gelegt.

Quasi rückwirkend ab 2010 hat das Statistische Bundesamt zum Februar 2013 das Bezugsjahr 2010 = 100% gesetzt. Die nächsten Jahre beziehen sich die Änderungen der Verbraucherpreise daher auf dieses Referenzjahr. Die bisher nach 2010 berechneten Werte mit Bezugsjahr 2005 wurden umgerechnet. Für die Ökonomen ist allerdings nicht die Höhe des Verbraucherpreises, sondern die Veränderung von Bedeutung, denn diese entspricht der Inflationsrate.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Verbraucherpreisänderung ist groß, denn die Änderung ist der wichtigste Indikator für die Entwicklung der Kaufkraft. Darüber hinaus ergibt sich der Realzins aus den Nettozinssatz abzüglich der Verbraucherpreisänderung.

2011

Monat in 2011 Inflationsrate [%]
Januar 2
Februar 2,1
März 2,1
April 2,4
Mai 2,3
Juni 2,3
Juli 2,4
August 2,4
September 2,6
Oktober 2,4
November 2,4
Dezember 2,1

Der Leitzins wurde auf ein historisches Tief gesenkt, um den bedrohten Euro-Peripherieländern eine günstige Kreditaufnahme zu ermöglichen, damit ihre Wirtschaftsleistung nicht noch weiter geschwächt wird. Im Ergebnis ist nun eine größere Geldmenge im Wirtschaftskreislauf, was die Inflation auf Dauer anheizen wird.
Aufgrund der Mitte 2011 wieder sich verschärfenden Finanzkrise wurde der Leitzins sogar von 1,5% auf nunmehr 0,75% gesenkt. Damit wird die Kluft zwischen der Inflationsrate in Deutschland (und der restlichen EU) und den am Markt für den Verbraucher zu erzielenden Zinsen (Tagesgeld etc.) noch größer: es gibt nur noch negative Realzinsen für Geldanlagen mit überschaubaren Risikoverhältnis.

2010

Monat in 2010 Inflationsrate [%]
Januar 0,8
Februar 0,6
März 1,1
April 1,04
Mai 1,2
Juni 0,9
Juli 1,2
August 1
September 1,3
Oktober 1,3
November 1,5
Dezember 1,7

Euro Inflation

In der EU oder dem Euroraum wird die Änderung der Verbraucherpreise als HVPI dargestellt. In der folgenden Tabelle sind die Werte für die einzelnen Länder angegeben.

HVPI – Inflationsrate 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Europäische Union 3,7 1,0 2,1 3,1 2,6 1,5 0,6 0,1 0,2 1,7 1,9 1,5
EU (28 Länder) 3,7 1,0 2,1 3,1 2,6 1,5 0,6 0,1 0,2 1,7 1,9 1,5

Eurozone im weiteren Sinn, HVPI 2020 und 2021

Quelle: ec.europa.eu

Land 12.2020 01.2021 02.2021 03.2021 04.2021 05.2021 06.2021
Belgien 108,76 107,82 109,08 110,07 110,32 110,62 111,12
Bulgarien 106,43 106,59 107,16 107,33 108,08 108,23 :
Tschechien 111,4 112,9 113,1 113,3 114,0 114,1 :
Dänemark 102,8 103,0 103,5 103,6 104,1 104,4 :
Deutschland 105,3 106,8 107,4 107,9 108,4 108,7 :
Estland 109,62 110,22 111,16 110,87 111,30 112,38 113,74
Irland 100,8 101,0 101,3 102,2 102,8 103,0 103,2
Griechenland 100,49 99,20 99,39 100,43 101,29 100,98 102,21
Spanien 104,28 103,87 103,27 105,22 106,39 106,95 107,37
Frankreich 105,75 106,03 106,07 106,80 107,02 107,38 107,59
Kroatien 102,96 103,08 103,32 104,34 104,90 105,01 :
Italien 103,5 102,6 102,4 104,2 105,1 105,0 105,2
Zypern 99,24 98,41 98,50 99,89 100,70 101,15 102,21
Lettland 107,95 108,36 108,83 109,66 110,65 111,27 111,56
Litauen 110,54 111,05 111,33 112,43 113,57 114,19 :
Luxemburg 106,32 107,33 106,67 108,59 108,56 109,02 109,35
Ungarn 114,08 115,12 115,94 116,83 117,75 118,40 :
Malta 103,61 102,22 102,75 103,75 106,77 108,19 109,66
Niederlande 107,22 106,51 107,76 108,09 108,95 109,11 109,23
Österreich 109,79 109,05 109,40 110,69 110,83 111,04 111,24
Polen 109,8 110,8 111,4 112,4 113,2 113,6 :
Portugal 103,10 102,76 102,27 103,80 104,36 104,70 104,90
Rumänien 111,32 112,29 112,76 113,23 113,70 114,34 :
Slowenien 104,48 104,20 104,41 105,04 105,85 106,62 107,03
Slowakei 108,65 109,00 109,31 109,93 110,10 110,78 111,19
Finnland 104,30 104,76 105,12 105,44 105,85 105,88 105,80
Schweden 108,79 108,73 109,11 109,22 109,54 109,79 :
Island 103,95 103,77 104,62 104,98 105,37 106,20 :
Norwegen 113,6 114,9 115,8 115,5 115,9 115,7 :
Schweiz 100,19 100,24 100,32 100,53 100,79 100,99 :

Weitere Länder

Hier finden sie die Inflationsraten für ausgewählte Länder in 2021. Quelle: bis.org

                                           Inflationsrate [%]
Land/2021-Monat 2021-06 2021-05 2021-04 2021-03 2021-02 2021-01
Vereing. Arab. Emirate -2,0 -1,9
Argentinien 46,8 44,2 40,4 38,3 35,9
Australien 2,8 2,8 1,9 2,0 1,2 0,8
Brasilien 8,3 8,1 6,8 6,1 5,2 4,6
Kanada 3,6 3,4 2,2 1,1 1,0
Chile 3,8 3,6 3,3 2,9 2,8 3,1
China 1,5 0,9 0,3 -0,4 -0,2
Algerien 6,0 7,2 5,9 5,3 4,2
Spanien 2,7 2,7 2,2 1,3 0,0 0,5
Sondverw. Hongkong 0,7 0,9 0,8 0,6 0,4 2,6
Indonesien 1,3 1,7 1,4 1,4 1,4 1,6
Irland 1,6 1,7 1,1 0,0 -0,4 -0,2
Israel 1,5 0,8 0,2 0,0 -0,4
Indien 6,3 6,3 4,2 5,5 5,0 4,1
Island 4,3 4,4 4,6 4,3 4,1 4,3
Japan 0,2 -0,1 -0,5 -0,1 -0,4 -0,6
Korea 2,4 2,6 2,3 1,5 1,1 0,6
Nordmazedonien 3,0 2,7 2,1 1,8 1,9
Mexiko 5,9 5,9 6,1 4,7 3,8 3,5
Malaysia 4,4 4,7 1,7 0,1 -0,2
Neuseeland 3,3 3,3 3,3 1,5 1,5 1,5
Peru 2,4 2,6 2,4 2,7
Philippinen 4,1 4,5 4,5 4,5 4,7 4,2
Russland 6,0 5,5 5,8 5,7 5,2
Saudi Arabien 5,7 5,3 4,9 5,2 5,7
Singapur 2,4 2,1 1,3 0,7 0,2
Thailand 1,2 2,4 3,4 -0,1 -1,2 -0,3
Türkei 17,5 16,6 17,1 16,2 15,6 15,0
USA 5,4 5,0 4,2 2,6 1,7 1,4
Südafrika 4,9 5,2 4,4 3,2 2,9 3,2

 

Gefühlte -, offizielle – und reale/tatsächliche Inflationsrate

Viele Bürger haben das Gefühl, die offiziell vom Statistischen Bundesamt berechnete Inflationsrate stimmt nicht mit der gefühlten oder wirklichen Inflation überein. Das ist kein Wunder bei Preisanstiegen von 20% und mehr bei verschiedenen Energieleistungen oder auch bei einzelnen Nahrungsmitteln, auch solche die der unmittelbaren Grundernährung zuzuordnen sind.

Trotzdem: Die „gefühlte Inflation“ wird letztlich durch die Preise für die Dinge des täglichen Bedarfs bestimmt und dazu zählen in erster Linie Lebensmittel und Energie. Und da spielt es keine Rolle, dass einige kostenlos Angebote von Banken angeboten werden.
Für die Verbraucher ist der Anstieg der Inflation gleichbedeutend mit einem Verlust an Kaufkraft, sie können für ihr Geld nicht mehr dieselbe Gütermenge wie vor Monats- oder Jahresfrist kaufen.

Für den Staat und alle Gläubiger ist eine hohe Inflationsrate ein Segen um die Verschuldung abzubauen.

Immobilienkauf und Kauf von Baugrundstücken nicht VPI relevant

Veränderungen bei Immobilienpreisen, konkret bei Erwerb einer Gebrauchtimmobilie, der Neubau eines Hauses oder der Kauf eines Grundstückes werden bei der Erhebung des Verbraucherpreisindex nicht berücksichtigt. Für das Statistische Bundesamt handelt es sich dabei um eine Investition oder eine Kapitalanlage. Der VPI berücksichtigt aber nur Waren oder Dienstleistungen, die für Konsumzwecke erworben werden. Dazu zählen auch Mieten.

Hauserwerb wird als nicht konsumtiv eingestuft und damit wird die Entwicklung der Häuserpreise nicht in die Inflationsrate abgebildet. Dies gilt auch für die Entwicklung der Grunderwerbssteuer.

Berücksichtigt wird im VPI für selbstgenutztes Wohnen dagegen eine „unterstellte  Mieten der privaten Haushalte für selbstgenutztes Wohneigentum“. Die Entwicklung der Mietpreise und die der Hauspreise (plus Nebenkosten wie beispielsweise der Grunderwerbssteuer) sind aber nicht gleich.
Warum selbstgenutztes Wohnen nicht, Mietwohnen dagegen konsumtiv ist bleibt den Systematikern überlassen.

Bei Immobilienkauf real deutlich höhere Verbraucherpreise

Bedeutet: die reale Inflationsrate ist seit dem deutlichen Anstieg der Bauland- und Hauspreise sowie der Grunderwerbsteuer für alle Bauherren deutlich höher als die vom Statistischen Bundesamt offiziell berechnete.

Berechnung der Inflationsrate

Inflationsrate BerechnungDie Berechnung wird hauptsächlich über zwei Methoden durchgeführt. Der sogenannte Laspeyres-Index, mit dem auch die Inflationsrate privater Haushalte in Deutschland bestimmt wird, misst, was der Warenkorb des Vorjahres heute kosten würde. Hierbei werden die Mengen des vorangegangenen Jahres mit den heutigen Preisen berechnet und diese Zahl durch die Mengen des alten Jahres zu den alten Preisen geteilt. Ein alternativer Ansatz, die Inflationsrate zu bestimmen, ist der Paasche-Index. Dabei wird gemessen, was ein heutiger Warenkorb mit aktuellen Mengen kostet und verglichen mit derselben Menge zu alten Preisen.

Probleme ergeben sich unter anderem durch Qualitätsverbesserungen, die schwer eingepreist werden können, sowie Substitutionseffekte, also die Ersetzung von teurer gewordenen Produkten durch günstigere mit ähnlichen Eigenschaften (etwa Butter durch Margarine). Tendenziell überschätzt der Laspeyres-Index daher die Teuerungsrate, während der Paasche-Index sie etwas unterschätzt.

Formel

Die Formel für die Berechnung der monatlichen Inflationsrate lautet:

[(neuer Verbraucherpreisindex / Verbraucherpreisindex Vorjahresmonat) • 100] – 100

Es wird also der prozentuale Anstieg der Verbraucherpreise eines Monats zum jeweiligen Vorjahresmonat bestimmt.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Bei dem zugrundegelegten Warenkorb werden die nationalen Verbrauchsgewohnheiten berücksichtigt. Der EU-Index wird aus dem Preisindex der einzelnen Länder gewichtet. Wie das Statistische Bundesamt veröffentlichte, ist der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland im Oktober 2011 um 2,9 % höher als im Oktober 2010.

Eurostat, das statistischen Amt der Europäischen Union, schätzt die Inflationsrate im Euroraum im Oktober 2011 auf rund 3 %.
Die Bundesanstalt Statistik Österreich (STATISTIK AUSTRIA) hat eine Inflationsrate für den gleichen Monat von 3,8 % errechnet.
Nach den Konvergenzkriterien des Maastrichter Vertrages darf jedoch der HVPI nicht über 1,5 % über der Preissteigerungsrate der drei preisstabilsten EU-Länder liegen.

Inflation in der Europäischen Union: Inflation EU

Inflation in der EU 2007 bis 2011

Findet eine Entwertung des Geldes statt, spricht man von Inflation. Konzeptionell geschieht dies dann, wenn sich die Geldmenge ausdehnt, die Gütermenge jedoch nicht: die Anzahl der Geldeinheiten pro Gütereinheit nimmt zu, eine Geldeinheit ist damit weniger wert. Güter werden teurer. Die Inflationsrate wird in Prozent angegeben und anhand eines standardisierten Warenkorbes gemessen – in der EU ist dies der „Harmonisierte Verbraucherpreisindex“, HVPI, der für alle EU-Länder gleich ist und aus einem repräsentativen Mix aus Waren und Dienstleistungen besteht. Dadurch lassen sich die gemessenen Werte verschiedener Länder besser vergleichen.

Die jährliche Inflationsrate betrug in der Europäischen Union zwischen 2007 und 2011 durchschnittlich 2.24 Prozent, in den Mitgliedsländern der Euro-Zone war sie mit durchschnittlich 1.98 Prozent geringfügig niedriger – ein Beweis für den Erfolg der Europäischen Zentralbank, die ein offizielles Inflationsziel von „nahe, aber unter zwei Prozent“ ausweist, was dem Ziel der Preisstabilität gerecht wird. Auffallend ist die starke Abweichung im Jahre 2009. Hier betrug die Inflationsrate lediglich 0.3 Prozent (Euro-Zone) bzw. 1 Prozent (EU-27). Grund ist die internationale Finanzkrise bzw. deren Nachwirkungen.

Finanzkrise bremst privaten Konsum

Die Krise durch das Coronavirus führt zu einer deutlichen Rezession in Deutschland und fast allen anderen Ländern. Das führt zu einem drastischen Verlust in der Verbraucherzuversicht, was sich in einem deutlichen Rückgang bei den Anschaffungen zeigt.

Auch als die Finanzkrise in 2008 auf die Realwirtschaft durchschlug, kam es zu weitgehender Zurückhaltung sowohl beim privaten Konsum als auch bei Investitionen. Dadurch bilden sowohl Unternehmen als auch Verbraucher größere Rücklagen, entziehen dem Geldkreislauf also Geld. Dieser Effekt war so groß, daß selbst die Zentralbanken nicht mit einer Ausweitung der Geldmenge durch niedrigere Zinsen gegensteuern konnten – so drückte die EZB den Leitzins auf historisch einmalig niedrige Werte, konnte eine leichte Deflation, also einen Abfall des Preisniveaus, aber nicht verhindern. Nach Überwindung nahm die Inflationsrate in der gesamten EU wieder normale Werte an.

Korrelation Wachstumsrate Geldmenge M3 und Entwicklung der Inflation

Die Bundesbank hat in einer Analyse die Zusammenhänge der Wachstumsrate der Geldmenge und der Entwicklung der Verbraucherpreise in einer Forschungsarbeit statistisch mit einer Wavelet-Analyse untersucht: „Damit sind wir in der Lage, den Grad der Gemeinsamkeit von Schwingungen von Geldmengenwachstum und Inflation auf unterschiedlichen Frequenzen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu analysieren und Aussagen über den Vorlauf bzw. Nachlauf der beiden Zeitreihen im Verhältnis zueinander zu machen.“ (Quelle: Deutsche Bundesbank No 33/2014 : Money growth and consumer price inflation in the euro area: a wavelet analysis, Martin MandlerMichael Scharnagl)

Das Fazit der Untersuchung ist, dass eine sehr hohe Korrelation zwischen der Wachstumsrate der Geldmenge M3 und der HVPI-Inflation (HVPI = Harmonisierter Verbraucherpreisindex) für sehr langfristige Schwingungen besteht. Dabei hat das Geldmengenwachstum einen Vorlauf von zwei bis drei Jahren.

Zinsen – Inflationsrate = Realzinsen

Da bleibt in der Finanzkrise nicht viel an konservativen Anlagemöglichkeiten. Kapitalerhalt ist angesagt, aber nur schwer zu realisieren. Vielleicht mit einem guten Tagesgeld Angebot.

Konzepte der Notenbanken zur Preisstabilität

EZB

Interview mit der EZB Präsidentin Christine Lagarde vom 2. Juli 2021. Quelle: www.ecb.europa.eu/press/

„Der Hauptauftrag der EZB besteht darin, die Preisstabilität zu wahren. Wie misst man diese Stabilität? Indem sichergestellt wird, dass die mittelfristige Inflation unter, aber nahe 2 % liegt. Das ist unser Ziel, der Punkt, den wir anstreben. Die Preise müssen schrittweise, stabil und nachhaltig steigen. Dafür brauchen wir eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung. Aber wir sind noch nicht da.

Wurde diese Neubewertung der Inflation durch die Explosion der Rohstoffpreise angekündigt? Sind es gute Nachrichten?
Die Erholung an sich ist eine gute Nachricht: Sie begann in China, ist in den USA deutlich stärker, aber Europa wird nicht übertroffen. Der doppelte geldpolitische Hebel der EZB und die Fiskalpolitik der Regierungen und der Europäischen Union befeuern die Erholung. Wir beobachten einen Preisanstieg, der insbesondere von zwei Basiseffekten getrieben wird. Der erste betrifft die Benzinpreise, die während der Pandemie auf weniger als 25 USD pro Barrel eingebrochen sind, bevor sie derzeit wieder auf rund 75 USD pro Barrel steigen. Der zweite Basiseffekt betrifft Deutschland, wo der im vergangenen Jahr zur Unterstützung der Erholung gesenkte Mehrwertsteuersatz zum 1. Januar 2021 wiederhergestellt wurde. Diese Basiseffekte werden jedoch nicht von Dauer sein. Wir werden eine Rückkehr zu niedrigeren Inflationsraten erleben, wie in unseren Projektionen angegeben.

Was sind Ihre Inflationserwartungen?
Unsere Inflationsprognosen für dieses Jahr liegen um die 2%-Marke – etwas, das wir seit mehr als acht Jahren nicht mehr gesehen haben. Dennoch sollte sich der Preisanstieg auf 1,5 % im Jahr 2022 und 1,4 % im Jahr 2023 verlangsamen. Wir erwarten daher mittelfristig eine Stabilisierung der Inflation unter unserem Ziel

Preisüberwachung

Wie erfolgt diese Preisüberwachung als Kernaufgabe der EZB?
Preissteigerungen messen wir mit mehreren Instrumenten. Wir nehmen das, was wir der Einfachheit halber nennen, als „Warenkorb“, aus dem wir dann die Lebensmittel- und Energiepreise herausstreichen. Wenn wir uns diesen eingeschränkteren Warenkorb ansehen, sehen wir, dass die Preise in den letzten neun Monaten jedes Quartal leicht gestiegen sind. Auch die Lohnverhandlungen beobachten wir aufmerksam, denn ein Anstieg der Preise führt zu höheren Lohnforderungen, was wiederum einen Zweitrundeneffekt hat: Lohnerhöhungen schaffen zusätzliche Nachfrage, was die Preise unter Druck setzt. All diese Faktoren haben wir sehr genau im Blick.“

Inflation USA

Der Vorsitzende der US-Notenbank, Jerome Powell, hat betont, dass sich die erhöhte Inflation letztendlich als vorübergehend erweisen wird, aber es ist unklar, wann die Angebotsbeschränkungen nachlassen werden. Eine am Montag veröffentlichte New Yorker Fed-Umfrage zeigte, dass die Inflationserwartungen der Verbraucher für das nächste Jahr auf einem Rekordhoch liegen, während die Erwartungen für die mittelfristige Sicht auf ein Achtjahreshoch gestiegen sind.

Die Inflation in den USA beträgt im Juli 2021 5,4%.

Der Inflationsverlauf in den kommenden Monaten hat politische Auswirkungen sowohl für die Fed in Bezug auf ihren Zeitplan für die Reduzierung der geldpolitischen Unterstützung als auch für Präsident Joe Biden.

Eine anhaltende Inflation könnte es Biden erschweren, eine einheitliche demokratische Unterstützung für weitere 3,5 Billionen Dollar an Sozialausgaben zu gewinnen, nachdem die Wirtschaft seit Beginn der Pandemie bereits in Billionenhöhe fiskalische Erleichterungen in Anspruch genommen hat. Quelle: Bloomberg.com

 

Literatur

Goldmann Sachs,  Jari Stehn: Preisauftrieb nur vorübergehend

https://www.dbresearch.com/ David Folkerts-Landau, Peter Hooper, Jim Reid: Eine kritische aktuelle Analyse der ungebremsten Finanz- und Makroökonomie.

Herrmann M., 2020: Inflationsziel der EZB. Verbraucherpreise und Vermögenspreise im Fokus. Seminararbeit Grin Verlag. Abstract.

Medeiros M., Vasconcelos G., Veiga A., Zilberman E., 2019: Forecasting Inflation in a Data-Rich Environment: The Benefits of Machine Learning Methods. Journal of Business & Economic Statistics. 39. 1-45. 10.1080/07350015.2019.1637745. PDF

Nöh L., Rutkowski F., Schwarz M., 2020: Auswirkungen einer CO2-Bepreisung auf die Verbraucherpreisinflation, Arbeitspapier 03/2020, Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Wiesbaden.

Oloko T., Ogbonna A.,  Adedeji A., Lakhani N., 2021:. Oil price shocks and inflation rate persistence: A Fractional Cointegration VAR approach. Economic Analysis and Policy, Elsevier, vol. 70(C), pages 259-275.

News

28.07.2021 World Economic Outlook vom 27.06.2021 des Internationalen Währungsfonds:

„Der jüngste Preisdruck spiegelt größtenteils ungewöhnliche pandemiebedingte Entwicklungen und vorübergehende Angebots-Nachfrage-Inkongruenzen wider. Es wird erwartet, dass die Inflation in den meisten Ländern im Jahr 2022 wieder in ihre Vor-Pandemie-Bereiche zurückkehren wird, sobald sich diese Störungen durch die Preise durchgesetzt haben, obwohl die Unsicherheit weiterhin hoch ist. Auch in einigen Schwellen- und Entwicklungsländern wird eine erhöhte Inflation erwartet, die teilweise auf die hohen Lebensmittelpreise zurückzuführen ist.

Zentralbanken sollten im Allgemeinen den vorübergehenden Inflationsdruck durchschauen und eine Straffung vermeiden, bis mehr Klarheit über die zugrunde liegende Preisdynamik besteht. Eine klare Kommunikation der Zentralbanken zu den Aussichten für die Geldpolitik wird entscheidend sein, um die Inflationserwartungen zu formen und sich gegen eine vorzeitige Verschärfung der Finanzbedingungen zu schützen. Es besteht jedoch die Gefahr, dass der vorübergehende Druck andauernder wird und die Zentralbanken möglicherweise präventive Maßnahmen ergreifen müssen.“

08.07.2021 EZB mit neuem Inflationsziel: Die Europäische Zentralbank hatte seit Jahren bei der Teuerung das Ziel „„unter, aber nahe zwei Prozent“ für die Benchmark der Preisstabilität. Da in den kommenden Monaten höhere Teuerungsraten zu erwarten sind, nimmt sich die EZB mit dem neuen Inflationsziel (symmetrisches mittelfristiges Inflationsziel von 2 %) mehr Reaktionsfreiheit. Nun muss die Notenbank bei höherer Inflationsrate nicht automatisch geldpolitisch tätig werden.

08.07. 2021 „Ich schließe nicht aus, dass bei der Inflationsrate in Deutschland für einige Monate eine Vier vor dem Komma stehen wird“. Bert Rürup, Handelsblatt Research Institute.

05.07. 2021 Statistisches Bundesamt, Preisentwicklung Mai 2021: Deutlich höhere Holz- und Metallpreise lassen die Kosten für Bauherren erheblich steigen: Nach Angaben des Statistischen Bundesamt gab es im Mai 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat diese Preissteigerungen (Auswahl):

Konstruktionsvollholz +83%
Dachlatten +45%
Bauholz +38%
Betonstahl in Stäben +44%

31.03.2017 Der Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) wird von Eurostat im März 2017 für den Euroraum mit voraussichtlich 1,5% angegeben, nach 2,0% im Februar, 1,8% im Januar und 1,1% im Dezember 2016

28.08.2015 Der Rückgang bei den Rohölpreisen wird die Verbraucherpreise auch in den kommenden Monaten und auch noch Anfang 2016 niedrig halten.

07.01.2014 Die Inflation im Euroraum (EU Inflation laut Eurostat) fällt im Dezember 2013 auf 0,8%. Für das Gesamtjahr 2013 ergibt sich eine EU Inflation von 1,34%.

Oktober 2012: Im Vergleich zum Oktober 2011, also dem Vorjahresmonat, hatten insbesondere viele Nahrungsmittel höhere Preisen. Preissteigerungen von 7,9% und 7,3% gab es bei Obst und Gemüse sowie 4,8% und %, 5,3% bei Fleisch und Fisch. Preiswerter dagegen wurde Butter mit -15,4%.

April 2012: Laut dem Statistischen Bundesamt liegt die Inflationsrate im April 2012 um 2,1% höher als die des Vorjahresmonats, also April 2011.

Für viele Konsumenten, Verbraucher, und wie die Bürger sonst noch bezeichnet werden, also eigentlich alle Personen, die Geld ausgeben und Dinge oder Dienstleistungen kaufen, erscheint das wie der blanke Hohn. Denn für sie liegt die individuelle Inflationsrate deutlich höher, gefühlt um mindestens 2-4%%. Dass es sich dabei nicht nur um ein flaues Gefühl handelt, sondern der realen Entwicklung ziemlich nahe kommt, zeigt der von dem Forschungsinstitut für Wirtschaftsstatistik der Universität Fribourg ermittelten „Index der wahrgenommenen Inflation“, der den Preisanstieg der Produkte des täglichen Bedarfs stärker berücksichtigt als der Warenkorb des Statistischen Bundesamtes.

 

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