Aktuelle Inflationsrate in Deutschland 3/2021 = 1,7%

Alles wird teurer? Die Veränderung der Verbraucherpreise auf breiter Front wird als Inflation bezeichnet. Dieser Vorgang hat keine negativen Folgen, so lange sich die Inflationsrate in einem bestimmten Rahmen bewegt und ihr Anstieg den Erwartungen von Unternehmern und Verbrauchern entspricht. Eine Inflation von jährlich bis zu einer Höhe von ca. 2% wird im Allgemeinen sogar als Preisstabilität bezeichnet.
Aktuell: Die Bundesbank erwartet aufgrund von Sondereffekten zum Jahresende 2021 kurzfristig eine Inflationsrate von 3%.

HVPI Euroraum März 2021 = 1,3%
HVPI Deutschland März 2021 = 2,0%
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Hier finden Sie aktuelle Daten zur Kerninflation

Inflationsprognose 2021 Deutschland = 1,5%
Prognose 2020 USA = 2,7%

Entwicklung der Inflationsrate in Deutschland

Abb. 1: Entwicklung der Inflation in Deutschland von 2006 – März 2021. Revision von 2/2019 berücksichtigt! Datenquelle: destatis.de

Definition: Der Begriff Inflation stammt aus der Volkswirtschaftslehre und bezeichnet die Veränderung des Verbraucherpreisindex zu einem vorangegangenen Vergleichszeitraum (Monat oder Jahr). Der Preisanstieg kann durch eine Veränderung des Austauschverhältnisses von Güter- zu Geldmenge verursacht werden, wenn sich die Geldmenge erhöht, ohne dass gleichzeitig die Produktion von Gütern im selben Maße zunimmt.

Die Preissteigerung wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Die Verknappung wichtiger Rohstoffe kann ebenso zu einer stärkeren Inflation führen, wie ein Missverhältnis zwischen der Geldmenge, die sich im Wirtschaftskreislauf befindet, und dem Wert der produzierten Güter.

HVPI Euroraum: Die Entscheidungen zur Geldpolitik wurden von dem ehemaligen EZB Präsidenten Mario Draghi wesentlich von der aktuellen und der für die kommenden Jahre prognostizierten Entwicklung („Projektionen“) der Inflation für das Euro-Währungsgebiet beeinflusst. Der Harmonised Index of Consumer Prices (HVPI) Euroraum steigt im März 2021 auf 1,3%.

Verbraucherpreisindes und Inflationsraten Deutschland 1992 – 2020. Quelle: destatis.de

Jahr Verbraucherpreisindes Inflationsrate in %
1991 65,5
1992 68,8 5,0
1993 71,9 4,5
1994 73,8 2,6
1995 75,1 1,8
1996 76,1 1,3
1997 77,6 2,0
1998 78,3 0,9
1999 78,8 0,6
2000 79,9 1,4
2001 81,5 2,0
2002 82,6 1,3
2003 83,5 1,1
2004 84,9 1,7
2005 86,2 1,5
2006 87,6 1,6
2007 89,6 2,3
2008 91,9 2,6
2009 92,2 0,3
2010 93,2 1,1
2011 95,2 2,1
2012 97,1 2,0
2013 98,5 1,4
2014 99,5 1,0
2015 100 0,5
2016 100,5 0,5
2017 102 1,5
2018 103,8 1,8
2019 105,3 1,4
2020 105,8 0,5

Auffällige Preisentwicklung von Waren und Dienstleistungen im Februar 2021

Diese ausgewählten Waren und Dienstleistungen zeigten besonders starke Veränderungen in den Preisen. Z. B. die Entgelte für Glücksspiele nahmen gegenüber dem Vorjahr um 13,3% zu, während die Preise für Computersoftware um 12,3% abnahmen. Datenquelle: destatis.de

Verbraucherpreisindex für Deutschland 2015 = 100

Art Anteil am Warenkorb Veränderung gegenüber
dem Vorjahr in %
 in Promille Preiszunahme
Entgelt für Glücksspiele 10 13,3
Flüssiggas 0,52 12,2
Gebühren für Anlageberatung, Steuerberatung und Ähnliche 0,59 10,6
Inlandsflüge 0,4 8,9
Rechtsberatung, Rechtsanwalts- und Notargebühren 1,69 8,9
Elektrisches Rührgerät oder Mixgerät 1,02 7,9
Verwaltungsgebühren 0,42 7,7
Dienstleistungen Altenwohnheime und ähnliche Einrichtungen 10,16 7 2
Teilentrahmte Milch 1,08 7,1
Dienstleistungen der häuslischen Alten- und Behindertenpflege 2,51 6,4
Preisabnahme
Computersoftware 0,45 -12,3
Mobiltelefone ohne Vertrag und ohne SIM-Karte 2,14 -9,2
Kartoffeln, frisch, gekühlt und verarbeitet 1,71 -8,3
Speicherkarte, USB-Stick und Ähnliche 0,49 -7,3
Zahnärztliche Dienstleistungen 6,8 -5,9
Reparatur von Zahnersatz 0,56 -4,9
Bahnticket 4,57 -4,7
Paketdienstleistungen 0,82 -4
Personal-Computer 4,16 -3.0
Ausstattung für Babys 0,48 -2,9

Revision des Verbraucherpreisindex

Das Statistische Bundesamt hat mit Stichtag 21.02.2019 eine Revision des Verbraucherpreisindex vorgenommen. Das bedeutet, als Bezugsjahr gilt nun nicht mehr 2010 sondern 2015. Zusätzlich wurde auch das Wägungsschemata angepasst und die Erfassungsmethode wurde verändert.

Wichtig: Als Folge davon ändern sich die bisher bereits vom Statistischen Bundesamt berechneten und bereits publizierten Werte des Verbraucherpreisindex seit 2015.

Noch wichtiger: ein Blick auf die alten und nach der Revision berechneten (korrigierten) Inflationsraten von 2015 zeigt: Die neue Methodik führt zu niedrigeren Inflationsraten.

Abb. 2: Änderung des Verbraucherpresindex von Deutschland durch die Revision vom 21.02.2019. Datenquelle: destatis.de

HVPI & VPI Prognosen 2021 & 2020 & 2019

Hier finden Sie aktuelle und historische Prognosen zur Inflationsrate.

Deutschland Inflationsprognosen 2021

Aktuelle Prognose: die Bundesbank erwartet aufgrund des Klimapakets der Bundesregierung ab 2021 eine deutliche Zunahme der Inflationsrate in Deutschland: Die Bundesbank geht für 2021 u. a. wegen der Mehrwertsteueranghebung und den für Unternehmen vorgeschriebenen Zertifikaten für CO2-Emissionen von einem Anstieg des HVPI auf über 3% aus.

Auch die DB-Research geht (Stand: 26.02.2021) geht zum Jahresende 2021 von einer kurzfristigen Erhöhung der Verbraucherpreise auf 3% aus. Die Analysten prognostizieren aber auch einen anschließenden Rückgang im I. Quartal 20222 auf 1,5%. Quelle: dbresearch.com

Weiter Prognosen in der Übersicht. Quelle: dihk.de

Organisation 2021
DIHK 1,6
Sachverständigenrat 1,7
Gemeinschaftsgutachten Forschungsinstitute 1,4
ifo München 1,6
HWWI Hamburg 1,4
IWH Halle 1,2
DIW Berlin 1,6
RWI Essen 1,5
IfW Kiel 2,6
iw Köln 1,25
IMK Hans Böckler Stiftung 1,3
Handelsblatt Research Institute (HRI) 2,2
Capital Economics 1,3
DSGV 1,5
BdB 1,6
Deutsche Bank Research 1,3
Commerzbank 1,6
Helaba 2,5
Deka Bank 2,5
Bundesregierung/BMWi 1,5
EZB 0,9
Deutsche Bundesbank 1,8
OECD 1,5
EU-Kommission 2,3

2020

Weltweit gehen viele Ökonomen von einer schwächelnden Wirtschaft aus. Der globale Handelskrieg des US Präsidenten Trump und die damit einhergehende Deglobalisierung hinterlassen ihre Spuren im BIP der meisten Länder. Für Deutschland rechnen die nationalen Wirtschaftsforschungsinstitute aber inzwischen nicht mehr mit einem Abgleiten der Kunjunktur in eine Rezession. Bei Erfüllung dieser Prognosen dürfte die Inflation in 2020 moderat bleiben. Hier die
Ausblicke ausgewählter Institutionen und Banken wie der Internationale Währungsfonds (IWF), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Bundesregierung, vertreten durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI), der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und andere:

Inflationsprognose von 2020 2021 Quelle
BMWI 1,6 bmwi.de
Bundesbank 1,3 (HVPI ) 2,0 (HVPI) bundesbank.de
Commerzbank 1,4 1,7 commerzbank.com
Deka Bank 1,4 deka.de
DZ Bank 1,4 dzbank.de
ifo Institut 1,4 1,6 ifo.de
IWF 1,7 1,7 imf.org
KfW 1,0 kfw.de
OECD 1,2 1,5 oecd.org
Sachverständigenrat 1,3 Quelle

2019

Die Prognosen für die Wirtschaftsleistung Deutschlands sind verhalten neutral bis leichtpositiv. Weltweit sind die Preise für viele wichtige Rohstoffarten wie auch für Öl wieder gestiegen. Geht der Trends in 2019/2020 weiter? Wie sind die Prognosen? Die Bundesbank geht für den HVPI in 2019 von ca. 1,4% und in 2020 und 20121 von 1,8% aus.
Viele Ökonomen gehen für 2019 von Änderung der Verbraucherpreise gegenüber 2018 von unter 2% aus. Wesentlicher Grund dafür sind Veränderungen der Energie- und Nahrungspreise.

Inflationsprognose von 2019 2020 Quelle
Bundesbank 1,4% (HVPI ) 1,8% (HVPI) bundesbank.de
Commerzbank 2,10% 1,70% commerzbank.com
Deutsche Bank 1,80% dbresearch.de
DZ Bank 1,90% dzbank.de
ifo Institut 1,80% cesifo-group.de

Konsens-Meinung ist ein Anstieg der Inflation in 2020 und 2021.

Revision der EZB HVPI Prognose für den Euroraum (HICP Inflation forecasts)

Die EZB versucht seit 2010 die Verbraucherpreise im Euroraum auf 2% Zuwachs jährlich zu bekommen. Dazu hat sie u. a. etliche geldpolitische Maßnahmen ergriffen. Die 2% Zielmarke wurde bisher nicht erreicht. Und die Prognosen der ECB Survey of Professional Forecasters (SPF) von Q4 2019 zeigen, dass dies auch in den kommenden Jahren vermutlich nicht der Fall sein wird.

2019 Q1 2020 Q2 2021 langfristiger
1,2% 1,2% 1,4% 1,7%

Die Prognosen der ECB Survey of Professional Forecasters (SPF) von Q1 2019:

2019 Q1 2020 Q2 2021 2024
1,5% 1,6% 1,7% 1,8%

Für 2019 rechneten die Professional Forecasters in der Q1 Prognose mit einem HVPI von 1,5%, 2020 von 1,6%, 2021 von 1,7% und in 5 Jahren von 1,8%.

Die HVPI-Inflationserwartungen für 2019, 2020 und 2021 wurden mit der Prognose Q3 auf 1,2%, 1,2% bzw. 1,4% gesenkt. Diese Ergebnisse stellen durchschnittliche Abwärtskorrekturen von 0,1 Prozentpunkten (pp) für jedes untersuchte Jahr dar, nachdem in den in den ersten drei Quartalen 2019 durchgeführten Umfragen ähnliche Abwärtskorrekturen über diese Horizonte hinweg vorgenommen wurden zu niedrigeren Ölpreisen, zu niedrigeren tatsächlichen Inflationsraten als erwartet und zu verschlechterten wirtschaftlichen Aussichten. In Bezug auf das geldpolitische Paket der EZB vom September gaben die SPF-Befragten im Durchschnitt an, dass es einen geringen positiven Nettoeffekt auf ihre Inflations- und Wachstumserwartungen hatte, obwohl das genaue Ausmaß schwer einzuschätzen ist. Das Aufwärtsprofil der erwarteten Inflation ähnelt den in anderen Erhebungen veröffentlichten Prognosen, wenn auch auf einem etwas niedrigeren Niveau.

Verbraucherpreisindex 2021

Monat in 2021 Inflationsrate
Januar 1,0%
Februar 1,3%
März 1,7%
April ?%
Mai ?%
Juni ?%
Juli ?%
August ?%
September ?%
Oktober ?%
November ?%
Dezember ?%

Historische Inflationsraten

2020

Monat in 2020 Inflationsrate
Januar 1,7%
Februar 1,7%
März 1,4%
April 0,8%
Mai 0,6%
Juni 0,9%
Juli -0,1%
August 0,0%
September -0,2%
Oktober -0,2%
November -0,3%
Dezember -0,3%

2019

Die Benzinpreise haben in Abhängigkeit vom Ölpreis in den letzten Monaten stark geschwankt. Das wirkt sich zeitnah auf den Verbraucherpreisindex aus. Die aktuell Inflation wird besonders durch die Preisentwicklung für Energie (Haushaltsenergie und Kraftstoffe), Nahrungsmittel, sowie Dienstleistungen und Wohnungsmieten bestimmt.

Monat in 2019 Inflationsrate
Januar 1,4%
Februar 1,6%
März 1,5%
April 2,0%
Mai 1,4%
Juni 1,6%
Juli 1,7%
August 1,4%
September 1,2%
Oktober 1,1%
November 1,1%
Dezember 1,5%

2018

Monat in 2018 Inflationsrate
Januar 1,4%
Februar 1,1%
März 1,5%
April 1,3%
Mai 2,1%
Juni 1,9%
Juli 1,9%
August 1,9%
September 1,9%
Oktober 2,3%
November 2,1%
Dezember 1,6%

Die Inflationsrate stellt die vom Statistischen Bundesamt (www.destatis.de) festgestellten Änderungen der Verbraucherpreise, nicht die Entwicklung der Vermögenspreise, dar. Und diese sind in den Letzen Jahren zum Teil erheblich gestiegen, sodass der Begriff Vermögenspreisinflation die Runde macht. Gemeint ist dabei der durch die Liquiditätsflutung der EZB bewirkte Anstieg bei Sachwerten wie Aktien oder Immobilien. Prognose: Die Redaktion geht für 2019 von einer Inflationsrate um die 1,6% aus.

Neu: Inflationsrechner

2017

Monat in 2017 Inflationsrate
Januar 1,6%
Februar 1,9%
März 1,4%
April 1,7%
Mai 1,2%
Juni 1,4%
Juli 1,4%
August 1,6%
September 1,7%
Oktober 1,3%
November 1,6%
Dezember 1,4%

 

2016

Monat in 2016 Inflationsrate
Januar 0,5%
Februar 0,1%
März 0,3%
April -0,1%
Mai 0,2%
Juni 0,3%
Juli 0,5%
August 0,4%
September 0,6%
Oktober 0,8%
November 0,8%
Dezember 1,5%

2015

Monat in 2015 Inflationsrate
Januar -0,3%
Februar 0,1%
März 0,3%
April 0,5% (Vorab 0,4%)
Mai 0,7%
Juni 0,3%
Juli 0,2%
August 0,2%
September 0,0%
Oktober 0,3%
November 0,4%
Dezember 0,3%

 2014

Monat in 2014 Inflationsrate
Januar 1,3%
Februar 1,2%
März 1,0%
April 1,3%
Mai 0,9%
Juni 1,0%
Juli 0,8%
August 0,80%
September 0,8%
Oktober 0,8%
November 0,6%
Dezember 0,2%

2013

Monat in 2013 Inflationsrate
Januar 1,7%
Februar 1,5%
März 1,4%
April 1,2%
Mai 1,5%
Juni 1,8%
Juli 1,9%
August 1,5%
September 1,4%
Oktober 1,2%
November 1,3%
Dezember 1,4%

 2012

Monat in 2012 Inflationsrate [%]
Januar 2,1
Februar 2,3
März 2,1
April 2,1
Mai 1,9
Juni 1,7
Juli 1,7
August 2,1
September 2
Oktober 2
November 1,9
Dezembe 2,1

Änderung des Bezugsjahrs 2010=100%

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gibt monatlich die Verbraucherpreise bekannt. Die Veränderung der Verbraucherpreise, die in Prozent angegeben wird, benötigt einen Bezugszeitpunkt. Für dieses Datum wird der Verbraucherpreis gleich 100% gesetzt und künftige Veränderungen darauf referenziert.

Für die Veränderung der Verbraucherpreise von 2005 bis 2012 wurde bisher als Bezugsjahr 2005 zugrunde gelegt.

Quasi rückwirkend ab 2010 hat das Statistische Bundesamt zum Februar 2013 das Bezugsjahr 2010 = 100% gesetzt. Die nächsten Jahre beziehen sich die Änderungen der Verbraucherpreise daher auf dieses Referenzjahr. Die bisher nach 2010 berechneten Werte mit Bezugsjahr 2005 wurden umgerechnet. Für die Ökonomen ist allerdings nicht die Höhe des Verbraucherpreises, sondern die Veränderung von Bedeutung, denn diese entspricht der Inflationsrate.

Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Verbraucherpreisänderung ist groß, denn die Änderung ist der wichtigste Indikator für die Entwicklung der Kaufkraft. Darüber hinaus ergibt sich der Realzins aus den Nettozinssatz abzüglich der Verbraucherpreisänderung.

2011

Monat in 2011 Inflationsrate [%]
Januar 2
Februar 2,1
März 2,1
April 2,4
Mai 2,3
Juni 2,3
Juli 2,4
August 2,4
September 2,6
Oktober 2,4
November 2,4
Dezember 2,1

Der Leitzins wurde auf ein historisches Tief gesenkt, um den bedrohten Euro-Peripherieländern eine günstige Kreditaufnahme zu ermöglichen, damit ihre Wirtschaftsleistung nicht noch weiter geschwächt wird. Im Ergebnis ist nun eine größere Geldmenge im Wirtschaftskreislauf, was die Inflation auf Dauer anheizen wird.
Aufgrund der Mitte 2011 wieder sich verschärfenden Finanzkrise wurde der Leitzins sogar von 1,5% auf nunmehr 0,75% gesenkt. Damit wird die Kluft zwischen der Inflationsrate in Deutschland (und der restlichen EU) und den am Markt für den Verbraucher zu erzielenden Zinsen (Tagesgeld etc.) noch größer: es gibt nur noch negative Realzinsen für Geldanlagen mit überschaubaren Risikoverhältnis.

2010

Monat in 2010 Inflationsrate [%]
Januar 0,8
Februar 0,6
März 1,1
April 1,04
Mai 1,2
Juni 0,9
Juli 1,2
August 1
September 1,3
Oktober 1,3
November 1,5
Dezember 1,7

Euro Inflation

In der EU oder dem Euroraum wird die Änderung der Verbraucherpreise als HVPI dargestellt. In der folgenden Tabelle sind die Werte für die einzelnen Länder angegeben.

HVPI – Inflationsrate 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Europäische Union 3,7 1,0 2,1 3,1 2,6 1,5 0,6 0,1 0,2 1,7 1,9 1,5
EU (28 Länder) 3,7 1,0 2,1 3,1 2,6 1,5 0,6 0,1 0,2 1,7 1,9 1,5

Euro Inflation 2016, 2017. Angaben in %. Quelle: ec.europa.eu

Land 2016 2017
Belgien 1,8 2,2
Bulgarien -1,3 1,2
Tschechien 0,6 2,4
Dänemark 0 1,1
Deutschland 0,4 1,7
Estland 0,8 3,7
Irland -0,2 0,3
Griechenland 0 1,1
Spanien -0,3 2
Frankreich 0,3 1,2
Kroatien -0,6 1,3
Italien -0,1 1,3
Zypern -1,2 0,7
Lettland 0,1 2,9
Litauen 0,7 3,7
Luxemburg 0 2,1
Ungarn 0,4 2,4
Malta 0,9 1,3
Niederlande 0,1 1,3
Österreich 1 2,2
Polen -0,2 1,6
Portugal 0,6 1,6
Rumänien -1,1 1,1
Slowenien -0,2 1,6
Slowakei -0,5 1,4
Finnland 0,4 0,8
Schweden 1,1 1,9
Vereinigtes Königreich 0,7 2,7

Die Inflationsraten für die EU
Europäische Union für 2017 =  1,7%
EU (28 Länder)    für 2017 =    1,7%
Euroraum für 2017=   1,5%

Gefühlte -, offizielle – und reale/tatsächliche Inflationsrate

Viele Bürger haben das Gefühl, die offiziell vom Statistischen Bundesamt berechnete Inflationsrate stimmt nicht mit der gefühlten oder wirklichen Inflation überein. Das ist kein Wunder bei Preisanstiegen von 20% und mehr bei verschiedenen Energieleistungen oder auch bei einzelnen Nahrungsmitteln, auch solche die der unmittelbaren Grundernährung zuzuordnen sind.

Trotzdem: Die „gefühlte Inflation“ wird letztlich durch die Preise für die Dinge des täglichen Bedarfs bestimmt und dazu zählen in erster Linie Lebensmittel und Energie. Und da spielt es keine Rolle, dass einige kostenlos Angebote von Banken angeboten werden.
Für die Verbraucher ist der Anstieg der Inflation gleichbedeutend mit einem Verlust an Kaufkraft, sie können für ihr Geld nicht mehr dieselbe Gütermenge wie vor Monats- oder Jahresfrist kaufen.

Für den Staat und alle Gläubiger ist eine hohe Inflationsrate ein Segen um die Verschuldung abzubauen.

Immobilienkauf und Kauf von Baugrundstücken nicht VPI relevant

Veränderungen bei Immobilienpreisen, konkret bei Erwerb einer Gebrauchtimmobilie, der Neubau eines Hauses oder der Kauf eines Grundstückes werden bei der Erhebung des Verbraucherpreisindex nicht berücksichtigt. Für das Statistische Bundesamt handelt es sich dabei um eine Investition oder eine Kapitalanlage. Der VPI berücksichtigt aber nur Waren oder Dienstleistungen, die für Konsumzwecke erworben werden.

Hauserwerb wird als nicht konsumtiv eingestuft und damit wird die Entwicklung der Häuserpreise nicht in die Inflationsrate abgebildet. Dies gilt auch für die Entwicklung der Grunderwerbssteuer.

Berücksichtigt wird im VPI für selbstgenutztes Wohnen dagegen eine „unterstellte  Mieten der privaten Haushalte für selbstgenutztes Wohneigentum“. Die Entwicklung der Mietpreise und die der Hauspreise (plus Nebenkosten wie beispielsweise der Grunderwerbssteuer) sind aber nicht gleich.

Warum selbstgenutztes Wohnen nicht, Mietwohnen dagegen konsumtiv ist bleibt den Systematikern überlassen.

Bei Immobilienkauf real deutlich höhere Verbraucherpreise

Bedeutet: die reale Inflationsrate ist seit dem deutlichen Anstieg der Bauland- und Hauspreise sowie der Grunderwerbsteuer für alle Bauherren deutlich höher als die vom Statistischen Bundesamt offiziell berechnete.

Berechnung der Inflationsrate

Inflationsrate BerechnungDie Berechnung wird hauptsächlich über zwei Methoden durchgeführt. Der sogenannte Laspeyres-Index, mit dem auch die Inflationsrate privater Haushalte in Deutschland bestimmt wird, misst, was der Warenkorb des Vorjahres heute kosten würde. Hierbei werden die Mengen des vorangegangenen Jahres mit den heutigen Preisen berechnet und diese Zahl durch die Mengen des alten Jahres zu den alten Preisen geteilt. Ein alternativer Ansatz, die Inflationsrate zu bestimmen, ist der Paasche-Index. Dabei wird gemessen, was ein heutiger Warenkorb mit aktuellen Mengen kostet und verglichen mit derselben Menge zu alten Preisen.

Probleme ergeben sich unter anderem durch Qualitätsverbesserungen, die schwer eingepreist werden können, sowie Substitutionseffekte, also die Ersetzung von teurer gewordenen Produkten durch günstigere mit ähnlichen Eigenschaften (etwa Butter durch Margarine). Tendenziell überschätzt der Laspeyres-Index daher die Teuerungsrate, während der Paasche-Index sie etwas unterschätzt.

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex

Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Bei dem zugrundegelegten Warenkorb werden die nationalen Verbrauchsgewohnheiten berücksichtigt. Der EU-Index wird aus dem Preisindex der einzelnen Länder gewichtet. Wie das Statistische Bundesamt veröffentlichte, ist der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex für Deutschland im Oktober 2011 um 2,9 % höher als im Oktober 2010.

Eurostat, das statistischen Amt der Europäischen Union, schätzt die Inflationsrate im Euroraum im Oktober 2011 auf rund 3 %.
Die Bundesanstalt Statistik Österreich (STATISTIK AUSTRIA) hat eine Inflationsrate für den gleichen Monat von 3,8 % errechnet.
Nach den Konvergenzkriterien des Maastrichter Vertrages darf jedoch der HVPI nicht über 1,5 % über der Preissteigerungsrate der drei preisstabilsten EU-Länder liegen.

Inflation in der Europäischen Union: Inflation EU

Inflation in der EU 2007 bis 2011

Findet eine Entwertung des Geldes statt, spricht man von Inflation. Konzeptionell geschieht dies dann, wenn sich die Geldmenge ausdehnt, die Gütermenge jedoch nicht: die Anzahl der Geldeinheiten pro Gütereinheit nimmt zu, eine Geldeinheit ist damit weniger wert. Güter werden teurer. Die Inflationsrate wird in Prozent angegeben und anhand eines standardisierten Warenkorbes gemessen – in der EU ist dies der „Harmonisierte Verbraucherpreisindex“, HVPI, der für alle EU-Länder gleich ist und aus einem repräsentativen Mix aus Waren und Dienstleistungen besteht. Dadurch lassen sich die gemessenen Werte verschiedener Länder besser vergleichen.

Die jährliche Inflationsrate betrug in der Europäischen Union zwischen 2007 und 2011 durchschnittlich 2.24 Prozent, in den Mitgliedsländern der Euro-Zone war sie mit durchschnittlich 1.98 Prozent geringfügig niedriger – ein Beweis für den Erfolg der Europäischen Zentralbank, die ein offizielles Inflationsziel von „nahe, aber unter zwei Prozent“ ausweist, was dem Ziel der Preisstabilität gerecht wird. Auffallend ist die starke Abweichung im Jahre 2009. Hier betrug die Inflationsrate lediglich 0.3 Prozent (Euro-Zone) bzw. 1 Prozent (EU-27). Grund ist die internationale Finanzkrise bzw. deren Nachwirkungen.

Finanzkrise bremst privaten Konsum

Die Krise durch das Coronavirus führt zu einer deutlichen Rezession in Deutschland und fast allen anderen Ländern. Das führt zu einem drastischen Verlust in der Verbraucherzuversicht, was sich in einem deutlichen Rückgang bei den Anschaffungen zeigt.

Auch als die Finanzkrise in 2008 auf die Realwirtschaft durchschlug, kam es zu weitgehender Zurückhaltung sowohl beim privaten Konsum als auch bei Investitionen. Dadurch bilden sowohl Unternehmen als auch Verbraucher größere Rücklagen, entziehen dem Geldkreislauf also Geld. Dieser Effekt war so groß, daß selbst die Zentralbanken nicht mit einer Ausweitung der Geldmenge durch niedrigere Zinsen gegensteuern konnten – so drückte die EZB den Leitzins auf historisch einmalig niedrige Werte, konnte eine leichte Deflation, also einen Abfall des Preisniveaus, aber nicht verhindern. Nach Überwindung nahm die Inflationsrate in der gesamten EU wieder normale Werte an.

Entwicklung der Inflation Deutschland 2008 -2011

Nach einem deutlichen Anstieg der Inflation in Deutschland in den Jahren 2004 bis 2008, die ihren Gipfel bei einem Wert von 2,6% erreichte und dabei gleichzeitig den Höchstwert der letzten 14 Jahre bildete, kam es durch einen starken Fall des Ölpreises Ende 2008 zu einem Rückgang der monatlichen Inflationsraten. Die bedeutende Zunahme der Inflation in der ersten Jahreshälfte 2008, die in einzelnen Monate bei über 3% lag, war vor allem auf Preiserhöhungen im Lebensmittel- und Energiebereich zurückzuführen.

In Folge der Wirtschaftskrise kam es 2009 zu einem drastischen Preisverfall der Agrarrohstoffe, wodurch Lebensmittel merklich günstiger wurden. In Kombination mit dem niedrigen Ölpreis erreichte die Inflationsrate in jenem Jahr mit 0,4% den niedrigsten Wert seit 1987. Erst gegen Jahresende kam es wieder zu einem Wachstum der monatlichen Inflationsraten aufgrund gestiegener Ölpreise. Die, durch die Wirtschaftskrise bedingte, wachsende Arbeitslosigkeit und Produktionsrückgänge führten jedoch dazu, dass dieser Preisanstieg nur teilweise an die Verbraucher weitergegeben werden konnte und verhinderten so eine allzu starke Teuerungsrate.

Diese langsame Zunahme der Inflation setzte sich 2010 fort, wodurch im Gesamtjahr mit einer Teuerung von 1,1% ein historisch zwar unterdurchschnittlicher, jedoch gegenüber dem Vorjahr erheblich gestiegener Wert erreicht wurde. Verbraucher mussten dabei vor allem für Kraftstoffe und Heizöl, sowie Gemüse, Obst und Tabak tiefer in die Geldbörse greifen.

Erst 2011 lagen sämtliche monatlichen Inflationsraten wieder über 2% und führten über das Jahr zu einer Gesamtinflation von 2,3%, ein Wert, der wieder an das Niveau von 2008 vor der Wirtschaftskrise erinnert. Preistreiber waren dabei abermals vor allem die Energiepreise und stark verteuerte Nahrungsmittel. Kaffee verzeichnete zum Beispiel einen Preisanstieg von fast 18%, wobei Waren generell eine stärkere Verteuerung als Dienstleistungen aufwiesen. Besonders bei Verbrauchsgütern kam es zu stärkeren Preisentwicklungen, wohingegen Gebrauchsgüter insgesamt sogar günstiger wurden.

Korrelation Wachstumsrate Geldmenge M3 und Entwicklung der Inflation

Die Bundesbank hat in einer Analyse die Zusammenhänge der Wachstumsrate der Geldmenge und der Entwicklung der Verbraucherpreise in einer Forschungsarbeit statistisch mit einer Wavelet-Analyse untersucht: „Damit sind wir in der Lage, den Grad der Gemeinsamkeit von Schwingungen von Geldmengenwachstum und Inflation auf unterschiedlichen Frequenzen und zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu analysieren und Aussagen über den Vorlauf bzw. Nachlauf der beiden Zeitreihen im Verhältnis zueinander zu machen.“ (Quelle: Deutsche Bundesbank No 33/2014 : Money growth and consumer price inflation in the euro area: a wavelet analysis, Martin MandlerMichael Scharnagl)

Das Fazit der Untersuchung ist, dass eine sehr hohe Korrelation zwischen der Wachstumsrate der Geldmenge M3 und der HVPI-Inflation (HVPI = Harmonisierter Verbraucherpreisindex) für sehr langfristige Schwingungen besteht. Dabei hat das Geldmengenwachstum einen Vorlauf von zwei bis drei Jahren.

Zinsen – Inflationsrate = Realzinsen

Da bleibt in der Finanzkrise nicht viel an konservativen Anlagemöglichkeiten. Kapitalerhalt ist angesagt, aber nur schwer zu realisieren. Vielleicht mit einem guten Tagesgeld Angebot.

FAQ

Begriff Inflationsrate
Die Inflationsrate ist definiert als die Veränderung des Verbraucherpreisindex auf einen Vergleichszeitraum. Das Statistische Bundesamt berechnet monatliche und jährliche Inflationsraten.
Genauigkeit
Das Statistische Bundesamt berechnet den Verbraucherpreisindex und damit auch die Inflationsrate mit einer Genauigkeit von 0,1%. Die Wertangaben zu Preisveränderungen bei Warengruppen können weniger genau sein.
Bedeutung als wichtige wirtschaftliche Größe
Die Inflationsrate ist für viele gesellschaftliche, politische Bereiche und auch für die Notenbanken von Bedeutung. Als Beispiel sollen hier nur der Reallohn und die Mieten genannt werden.
Revision des Verbraucherpreisindex für Deutschland
Hintergrundgespräch-Einladung des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS)
„Revision des Verbraucherpreisindex für Deutschland“

am Donnerstag, den 21. Februar 2019
im Frankfurter PresseClub
Ulmenstraße 20, 60325 Frankfurt am Main
Beginn: 10:00 Uhr

Mitwirkende:
– Michael Kuhn, Leiter der Gruppe „Preise“
– Florian Burg, Pressesprecher
– Dorothee Blang, Leiterin des Referats „Preise für Dienstleistungen“
– Daniel Seeger, Leiter des Referats „Verbraucherpreise“

Der Verbraucherpreisindex für Deutschland wird turnusmäßig überarbeitet. Im
Zuge der Umstellung auf ein neues Basisjahr – von 2010 auf 2015 – werden die
Wägungsschemata aktualisiert. Darüber hinaus werden methodische Verbesserungen
in der Verbraucherpreisstatistik umgesetzt. Beides hat auch rückwirkend
Auswirkungen auf die bisher veröffentlichte Preisentwicklung.

Im Rahmen dieses Hintergrundgesprächs wird erläutert, wie sich die
überarbeiteten Wägungsschemata auf den Verbraucherpreisindex auswirken. Dabei
wird auch die wachsende Bedeutung des Onlinehandels berücksichtigt. Darüber
hinaus werden die Auswirkungen der methodischen Änderungen auf die Ergebnisse
des Verbraucherpreisindex dargestellt, insbesondere der Einfluss der neuen
Berechnungsmethoden für Pauschalreisen und für Mieten.

Die Inhalte des Hintergrundgesprächs sind frei zur Veröffentlichung.

Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten ist eine Anmeldung zwingend notwendig.

Florian Burg
Pressesprecher
Tel.: (0611) 75–2376
E-Mail: presse@destatis.de

 

NEWS zum Thema Inflation

31.03.2017 Der Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) wird von Eurostat im März 2017 für den Euroraum mit voraussichtlich 1,5% angegeben, nach 2,0% im Februar, 1,8% im Januar und 1,1% im Dezember 2016

28.08.2015 Der Rückgang bei den Rohölpreisen wird die Verbraucherpreise auch in den kommenden Monaten und auch noch Anfang 2016 niedrig halten.

07.01.2014 Die Inflation im Euroraum (EU Inflation laut Eurostat) fällt im Dezember 2013 auf 0,8%. Für das Gesamtjahr 2013 ergibt sich eine EU Inflation von 1,34%.

Oktober 2012: Im Vergleich zum Oktober 2011, also dem Vorjahresmonat, hatten insbesondere viele Nahrungsmittel höhere Preisen. Preissteigerungen von 7,9% und 7,3% gab es bei Obst und Gemüse sowie 4,8% und %, 5,3% bei Fleisch und Fisch. Preiswerter dagegen wurde Butter mit -15,4%.

April 2012: Laut dem Statistischen Bundesamt liegt die Inflationsrate im April 2012 um 2,1% höher als die des Vorjahresmonats, also April 2011.

Für viele Konsumenten, Verbraucher, und wie die Bürger sonst noch bezeichnet werden, also eigentlich alle Personen, die Geld ausgeben und Dinge oder Dienstleistungen kaufen, erscheint das wie der blanke Hohn. Denn für sie liegt die individuelle Inflationsrate deutlich höher, gefühlt um mindestens 2-4%%. Dass es sich dabei nicht nur um ein flaues Gefühl handelt, sondern der realen Entwicklung ziemlich nahe kommt, zeigt der von dem Forschungsinstitut für Wirtschaftsstatistik der Universität Fribourg ermittelten „Index der wahrgenommenen Inflation“, der den Preisanstieg der Produkte des täglichen Bedarfs stärker berücksichtigt als der Warenkorb des Statistischen Bundesamtes.

 

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